Bäuerliche Auslaufhaltung

... mit Achtung vor dem Tier

Unser Ziel ist es, glücklichen Hennen möglichst viel Auslauf im Grünen zu gewähren und dabei Tiere und Umwelt nicht aus den Augen zu verlieren.

Da die Hennen viel scharren, um Würmer und Insekten zu finden, wird die Grasnarbe des Auslaufes stark beansprucht. In Zeiten mit hohen Niederschlägen ist die Grasnarbe wesentlich empfindlicher als bei Trockenheit, so dass schon nach 14 regnerischen Tagen eine erhebliche Zerstörung der Grasnarbe vorliegen kann.
Dies lässt sich durch die sogenannte Wechselweide (abwechselnde Nutzung von Teilstücken) etwas einschränken, aber nicht vollständig vermeiden.
Folgen einer zerstörten Grasnarbe:
Durch den fehlenden Pflanzenwuchs können keine Nährstoffe gebunden werden, dadurch erhöht sich der Nährstoffeintrag ins Grundwasser.
Werden die Pflanzen während der Vegetationspause zerstört, erfolgt im Frühjahr kein Neuaustrieb.

Daraus ergibt sich die Forderung, die Auslaufnutzung der Hennen besonders zu Regenzeiten einzuschränken.

Außerdem reagieren Hühner sehr empfindlich auf nasse Verhältnisse.
Als sogenannte "Pfützentrinker" nehmen sie sehr gern stehendes Wasser aus Pfützen auf, das besonders bei warmer und nasser Witterung bakteriell verunreinigt ist.
Da Hühner nicht wie wir Menschen über ein Lymphsystem verfügen, wirkt sich die Keimbelastung direkt auf die Leber aus. Deren Abwehrmechanismen halten der Bakterienbelastung jedoch nur kurzfristig stand; die Folgen zeigen sich innerhalb weniger Tage an dünner werdenden Eischalen, zunehmenden Darmentzündungen und vermehrten Todesfällen.

Die Eigenschaft des "Pfützentrinkens" hat uns veranlasst, in den Richtlinien ausschließlich Cuptränken (dies sind kleine Trinkbecher) und klassische Rundtränken zuzulassen.

Weil wir täglichen Auslauf - wie in der Freilandhaltung vorgeschrieben - aus den aufgeführten Gründen nicht für sinnvoll halten, haben wir den Hühnern einen Wintergarten gebaut, der ihnen immer zur Verfügung steht.
Für eine gute Auslaufnutzung durch die Hühner ist es besonders wichtig, die Auslauffläche mit Schutzmöglichkeiten auszurüsten, damit sie sich bei Gefahr verstecken können. Dazu eignen sich am besten Bäume und Sträucher. Zusätzlich werden, besonders wenn der natürliche Aufwuchs noch klein ist, auch Windschutznetze oder Folien gespannt, unter die sich die Tiere flüchten können.

Ebenso wichtig ist, dass der Auslauf für die Hennen erreichbar ist, denn je weiter sich der Auslauf vom Stall befindet, um so geringer ist die Nutzung.
Auch die Stallgröße hat einen entscheidenden Einfluß auf die Auslaufnutzung.
Häufig werden in sogenannten "Freilandhaltungen" (mit Ställen von 20.000 und mehr Hennen) entsprechend große Auslaufflächen ohne jede Deckung zur Verfügung gestellt. Wenn dazu der Auslauf in 300 m Entfernung liegt und nur unzureichend große Öffnungen vorhanden sind, gehen nur sehr wenige Tiere in den Auslauf.

Wir akzeptieren - im Gegensatz zur EU Bio Verordnung - nur max. 2 * 3.000 Tiere je Stallgebäude und haben die Entfernung des Auslaufs vom Stall auf maximal 150 m begrenzt.
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